Wikipedia – die Schwarmoffensive

Mit ihrer Philosophie des „Wissens von allen für alle“ hat die Wikipedia in nur 20 Jahren alle gedruckten Enzyklopädien verdrängt. Jede Sekunde werden 5.000 Artikel aufgerufen, und jeden Tag kommen mehr als 12.000 neue Artikel hinzu. Insgesamt gibt es rund 50 Millionen Artikel in fast 300 Sprachen. Neben der epidemischen Ausbreitung kommerzieller und selbstverliebter Webseiten ist Wikipedia einer der wenigen nichtkommerziellen Orte im Internet, der sich nur durch Spenden finanziert. Jeder kann zu Wikipedia beitragen. Hinter dem „Edit-Button“ verbirgt sich die Definitionsmacht, und technisch gesehen ist das Schreiben mit ein wenig Übung nicht komplizierter als eine Online-Überweisung.  „Wikipedia ist wie eine Wurst. Man isst sie gerne, aber man will nicht wissen, wie sie gemacht wird“, sagen erfahrene Wikipedia-Autoren. Über die Schöpfer dieses riesigen Wissenspools, der immer noch zu 85 % aus den berüchtigten alten weißen Männern besteht, die das beitragen, was sie für den Planeten für relevant halten, ist wenig bekannt.