Philipp und die Traumfabrik

Der neunjährige Phillip Keller ist das, was man ein Kind der „Industry“ nennen könnte. „Industry“, so wird in LA die Film – und Showbusinesswelt genannt. Seine Eltern sind vor 15 Jahren aus Deutschland eingewandert, und er ist, weil in den USA geboren, der erste richtige Amerikaner in der Familie. Zuhause wird eine Mischung aus deutsch und englisch gesprochen.Phillip selbst spricht zwar Deutsch, doch eigentlich bevorzugt er Englisch. Denn in dieser Sprache spielt sich sein sonstiges Leben ab. Philipp ist in der Kartei einer Agentur für Kleindarsteller und Kinder-Models. Er hat das, was die Erwachsenen ein frisches, unverdorbenes Gesicht nennen und wird deshalb gern für die Werbung gebucht. Sein Vater Michael, genannt Mike ist Sound-Mixer bei Warner Brothers  und macht die Endmischung großer Blockbuster. Seine Mutter ist das, was man in den USA einen Lifecoach nennt. Die gelernte Psychologin hilft gestressten Kaliforniern bei der Bewältigung ihrer Job- und Lebenskrisen. Eine ganz gewöhnliche Familie also in einem etwas ungewöhnlichen Arbeits- und Lebensumfeld. Der Film erzählt die Woche eines ganz gewöhnlichen Jungen in einer etwas ungewöhnlichen Welt. Los Angeles ist die zweitgrößte Stadt der USA, und Hollywood ist der bekannteste Stadtteil. Viele Fernsehshows, Werbungen und natürlich Filme werden hier gedreht und produziert.  Wir begleiten Philipp in seiner behüteten Welt zwischen langen Autofahrten, Besuchen bei seinem Vater auf dem Studiogelände, wo Jurassic Park gedreht wurde, beim Spielen mit Freunden und einem Foto-Shooting für seine neue Set-Karte, wo er professionell ins richtige Licht gesetzt wird. Bei einem Kinderfotografen werden neue Portraits gemacht.  Philip ist aber nicht aufgeregt – oder lässt es sich zumindest nicht anmerken. Wie ein kleiner Profi erfüllt er die Anweisungen des Fotografen. Was seine Freizeitaktivitäten betrifft hat Philipp natürlich ein paar Vorteile. Los Angeles liegt in einer subtropischen Klimazone und man kann fast das ganze Jahr mit dem Surfboard auf den schönen Pazifik-Wellen reiten. Außerdem hat sein Vater ihm ein batteriebetriebenes Go-Kart gebaut, mit dem er auf einer flachen Sandfläche herumflitzen darf. Das wäre in Deutschland sicher nicht erlaubt. Darüber, was er später einmal werden will, hat sich Philipp natürlich auch schon Gedanken gemacht. Er findet natürlich toll, was sein Vater macht, aber er träumt auch davon, ein Erfinder zu sein und etwas in die Welt zu bringen, was andere Menschen wirklich brauchen.